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BLOG THEMEN
Die Abenteuer von Marlene und Timmy der Ziege
Kathrin Baltzer


 

Buchanfänge

 

Glennkill

Ein Schafskrimi

Autorin: Leonie Swann

ISBN 3442464153

" 'Gestern war er noch gesund', sagte Maud. Ihre Ohren zuckten nervös.
'Das sagt gar nichts', entgegnete Sir Richfield, der älteste Widder der Herde, 'er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten sind keine Krankheit.'

... Sie hatten Ruhe bewahrt, als sie ihren Schäfer an diesem Morgen so ungewohnt kalt und leblos vorgefunden hatten, und sie waren sehr stolz darauf. Natürlich hatte es im ersten Schrecken ein paar unüberlegte Rufe gegeben: 'Wer bringt uns jetzt Heu?' etwa, oder 'Ein Wolf! Ein Wolf!' Aber Miss Marple hatte schnell dafür gesorgt, dass keine Panik ausbrach. Sie erklärte, dass mitten im Sommer auf der grünsten und fettesten Weide Irlands sowieso nur Dummköpfe Heu fressen würden und dass selbst die raffiniertesten Wölfe ihren Opfern keinen Spaten durch den Leib jagen. Und ein solches Gerät ragte ganz zweifellos aus den morgenfeuchten Innereien des Schäfers."


Stolz und Vorurteil

Autorin: Jane Austen

Übersetzt: Margarete Rauchenberger

Illustration: Hugh Thomson

ISBN 3458324879

 

"Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle der ein beachliches Vermögen besitzt, zum Glück nur noch einer Frau bedarf.

Wie wenig man auch über die Gefühle und Ansichten eines solchen Mannes weiß, wenn er zum erstenmal in eine Gegend kommt, ist diese Wahrheit doch so fest in den Köpfen der ansässigen Familien verankert, daß er als das rechtmäßige Eigentum der einen oder anderen ihrer Töchter betrachtet wird."

 

Tom Sawyer

Autor: Mark Twain

Übersetzt: Karl Heinz Berger

ISBN der abgebildeten Ausgabe: 379153579X
zitierte Ausgabe: Verlag Neues Leben 1963

" 'Tom'
Keine Antwort
'Tom!'
Alles still.
'Wo mag bloß der Bengel wieder stecken! Tom!'
Die alte Dame schob ihre Brille auf die Nasenspitze und schaute über sie hinweg; dann schob sie sie auf die Stirn und blickte darunter hervor. Selten oder nie schaute sie nach einem so kleinen Ding wie nach einem Knaben durch Gläser ihrer Staatsbrille, die der Stolz ihres Herzens war und mehr stilvoll als brauchbar; sie würde durch ein paar Herdringe ebensoviel gesehen haben. Unruhig hielt sie einen Augenblick Umschau und sagte, nicht gerade erzürnt, aber doch laut genug, um im ganzen Zimmer gehört zu werden: 'Wenn ich dich erwische, werde ich -'
Hier brach sie ab; denn sie hatte sich inzwischen niedergebeugt und stocherte mit dem Besen unterm Bett herum. Dann mußte sie wieder Atem holen, um ihren Ärger Ausdruck zu verleihen. Sie hatte nichts als die Katze aufgestöbert.
'So ein Junge ist mir noch nie vorgekommen!'
Sie ging zur offenen Tür, blieb stehen und spähte zwischen den Tomatenstöcken und dem blühenden Unkraut, welche zusammen den 'Garten' ausmachten, hindurch. Kein Tom zu sehen. So erhob sie denn ihre Stimme und rief in alle Himmelsrichtungen: 'Tom, Tom!' Hinter ihr wurde ein schwaches Geräusch hörbar, und sie wandte sich noch eben rechtzeitig um, um einen kleinen Burschen zu erwischen und an der Flucht zu hindern. 'Also, da steckst du? An die Speisekammer habe ich freilich nicht gedacht! Was hattest du denn da wieder verloren, he?'
'Nichts.'
'Nichts! Schau dir mal deine Hände an und deinen Mund. Was ist das?'
'Ich weiß es nicht, Tante!'
'Aber ich weiß es, 's ist Marmelade. Wie oft habe ich dir gesagt, daß ich dich verdreschen werde, wenn du mir nicht von der Marmelade bleibts! Hol mir den Stochk her!'
Schon schwebte der Stock über ihm. Die Gefahr war groß.
'Ach, Tante, sie dich doch mal schnell um!'
Die alte Dame fuhr herum und brachte ihre Röcke in Sicherheit, während der Junge, die Gelegenheit wahrnehmend, über den hohen Bretterzaun kletterte und verschwand. Tante Polly stand sprachlos da, dann begann sie gutmütig zu lächeln. 'Der Kuckuck hol den Bengel! ...' "


Ein Weihnachtslied in Prosa

Autor: Charles Dickens

Übersetzt: Carl Kolb


 

"Marley war tot; damit wollen wir anfangen. Darüber gibt's nicht den leisesten Zweifel. Sein Totenschein war vom Geistlichen, vom Notar, vom Leichenbestatter und vom Hauptleittragenden unterzeichnet. Scrooge hatte unterschrieben, und Scrooges Name war an der Börse gut für alles, wozu er ihn hergab.
Der alte Marley war so tot wie ein Türnagel.
Wohlgemerkt, ich will damit nicht behaupten, daß ich aus eigener Erfahrung wüßte, was an einem Türnagel so ganz besonders tot ist. Ich für meine Person wäre eher geneigt, einen Sargnagel als das toteste Stück Eisen zu betrachten, das im Handel ist. Allein das Gleichnis bewahrt die Weisheit unserer Ahnen auf, und meine unheilige Hand soll nicht daran rütteln, sonst ist's aus mit unserem Land. Man wird mir daher erlauben, mit Nachdruck zu wiederholen, daß Marley so tot war wie ein Türnagel.

... Dies muß man begriffen haben, sonst ist nichts Wunderbares an der Geschichte, die ich erzählen will."

 


 


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