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Die Abenteuer von Marlene und Timmy der Ziege
Kathrin Baltzer


Ich habe ein Herz auf Hiddensee gefunden

Völlig ahnungslos, dass Hiddensee einst eine beliebte Künstlerinsel war, habe ich dort Ruhe und Abstand gesucht, um meine Projekte weiterzuentwickeln. Ich habe mich immer gewundert, warum alle Leute gesagt haben, ich soll mit neuen Ideen zurück kommen. ‚Komisch’ dachte ich ‚wissen die was ich vorhabe?’ Aber nun ist mir die Sache klar.

Tja geschrieben habe ich nichts – ABER sehr viel erlebt.


Besonders ans Herz legen kann ich die literarischen Führungen der Berliner Verlegerin Ute Fritsch. Sie erzählt von den kreativen Menschen auf Hiddensee, zeigt Gemälde vor Originalinselblicken und liest Texte, die auf Hiddensee entstanden und / oder von Hiddensee erzählen und das auf die denkbar hinreisenste Weise. Konsequent in blau gekleidet, fällt ihr immer mal wieder die schwere Büchertasche um, Fotos gleiten ihr aus dem Hefter und stets finden sich gerührte Zuhörer, die sich anbieten ihr die Tasche zu tragen oder Bücher abzunehmen. Ja, ich habe es sogar erlebt, wie eine ältere Dame, die schon ein paar Führungen mitgemacht hatte, in mütterlicher Fürsorge ihre Geldscheine sortiert und geglättet hat. Neben ihrer weichen, warmen Vorlesestimme fasziniert sie mit ihrer ungewollt kreativen Art sich auf Chaos und Eselsohren zuzubewegen. Das macht sie zu einer Hiddenseer Sehens- und Hörenswürdigkeit selbst. Demnächst gibt es die Inselführung auch als Buch in ihrem » Verlag Jena 1800 – UNBEDINGT KAUFEN!!! - kann ich da nur sagen.

Tänzer der Palucca Schule auf Hiddensee - Gret Palucca kam gern nach Hiddensee und wurde hier begraben.

Dann findet sich auf der Insel noch eine hochkarätiges Theater die „Seebühne“. Es ist ein winziges Puppentheater mit kurzen einstündigen Stücken mit viel Witz und Verstand. Vielfältig ist das Programm ebenso. Ich habe in 14 Tagen sechs verschiedene Stücke gesehen von Kafka bis zum „Hase und Igel“. Das alles bewältigen ein Mann und eine Frau ganz allein. UNBEDINGT BESUCHEN!!!

Auch das Zeltkino hat Niveau. Wunderschöne Leckerbissen, die man in den großen Kinopalästen nicht oder nur selten zu sehen bekommt. UND KEINE WERBUNG – nur Kinoenthusiasmus – schätze ich.


Ja und dann natürlich konnte ich mich an der Natur und dem Meer nicht satt sehen. Ich bin kein Naturbeschreiber. Natur muss man selbst sehen und fühlen. Die Farben, die Weite, der Fahrtwind auf endlosen Fahrradstrecken, die Pferdeäpfel auf allen Wegen, der Wald und die plötzlichen Meerblicke durch die Zweige, der sich ständig wandelnde Himmel, die Stürme, der Strand, der Meerschaum, … . All das legt sich auf die Schultern wie ein Mantel der Ruhe und Zufriedenheit.

Bei einem literarischen Abendspaziergang wunderte sich Frau Fritsch, dass sie keine Sonnenuntergangsgedichte von Hiddensee finden konnte. Wir saßen am Strand, sahen eben diesen Sonnenuntergang und lauschten ihren Worten – und ich dachte ‚Wollte ich ein Gedicht darüber schreiben, würde es lauten: „ohne Worte“’


... und eines Tages fand ich bei einem Strand- spaziergang und einem zufälligen Blick auf den Boden ein Herz, von der Natur aus einem Stein gewaschen.

Ich komme zurück Hiddensee!!!

8.8.08 12:09




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